Eher ungewollt wird die DB zum Casino Betreiber


Casino Euro ist ein heisser Tipp!

Was hier fehlt, ist irgendeine Erklärung der Deutschen Bank für die getroffene Entscheidung, die über eine langweilige Erklärung von Thomas Fiato, dem Chef der Abteilung für Unternehmensinvestitionen, die er der Aufsichtsbehörde des Staates Nevada gab, deutlich hinausgeht. Berzon sprach mit 'in die Gespräche involvierten Personen'. Aber da ist nichts von Berzon darüber zu erfahren, dass die Deutsche Bank einen Kommentar dazu verweigerte. Somit vermute ich, dass sie sich vertraulich mit Führungskräften der Bank darüber aussprach. Nach dem Lesen ihres Artikels blieb ich mit einem Haufen von Fragen zurück.

Zunächst einmal, wie kam die Deutsche Bank zu der Entscheidung, dass es das Beste sei, für eine Baustelle in der Mitte von Las Vegas 3 Milliarden Dollar ihres eigenen Geldes einzubringen, um daraus ein neues Casino entstehen zu lassen. Ich kann für mich erkennen, dass es ein wenig zu überoptimistisch gewesen sein könnte, von vornherein die Summe von einer Milliarde Dollar an Eichner zu verleihen. Als nach dem Kreditausfall Eichners auch die Deutsche Bank säumig wurde, gab es erklärterweise viele Probleme auf dem Immobilienmarkt von Las Vegas. Und als dann die großen Casino-Betreiber ihren Blick auf diese Baustelle geworfen hatten und davonliefen, hätte es wohl offensichtlich als Zeichen für versunkene Kosten der Bank, die niemals wieder hereinkommen, erkannt werden können.

Aber dennoch hatte sich die Deutsche Bank irgendwie dazu entschieden, dass es klug sei, 3 Milliarden Dollar des guten Geldes der schlechten Milliarde hinterherzuwerfen. Warum? Was brachte sie zu einem Denken, dass ein gesunder Gewinn auf die eingebrachten 3 Milliarden Dollar in Sicht sei, selbst als niemand mehr ein Interesse an dem Deal zeigte? Und angesichts dessen, dass Investitionen in Casinos schon immer riskant waren, welche Rechtfertigung hatten die Entscheidungsträger für diese große Unternehmung in Hinblick auf die Bilanz ihrer Bank?

Des Weiteren, wann machte die Deutsche Bank ihre 'Nahezu-eine-Milliarde'-Abschreibung? Falls die Bank darum wusste, dass sie zukünftig auf jeden Fall das anfängliche Darlehen im Wesentlichen wohl abschreiben müsse, würde es nicht mindestens ebenso kostspielig und darüber hinaus weniger riskant gewesen sein, die Baustelle ganz abzutreten? Auch wenn die Deutsche Bank nun 4 Milliarden Dollar in diese Bebauung eingebracht hat, bedeutet das etwa, das das Cosmopolitan , das bereits schon jetzt einen für sich alleine zu bezahlenden Gast zu beherbergen hat, einen über die 3 Milliarden Dollar gehenden Betrag auch wirklich in ihren Büchern wert sei? Was wird in diesem Marktsegment wohl der wirkliche Wert dafür sein?

Und schließlich, was meint Berzon damit, wenn sie sagt, andere potenzielle Investoren ließen davon ab, “weil sie nicht darin vertrauten, dass das Cosmopolitan seine Kredite auch bedienen könne“? Welche Kredite nun genau? War nicht die Deutsche Bank selbst zu diesem Zeitpunkt der alleinige Eigner des Projekts, uneingeschränkt dazu berechtigt, ein lastenfreies Aktienpaket zu verkaufen?

Die Geschichte, die Frau Berzon erzählt, steht völlig im Einklang mit der des Herrn Fiato und seines Teams, wie sie sich dermaßen in das Konzept des Cosmopolitan verfingen, als sie der Projektfinanzierung zustimmten und einfach nicht wieder loslassen konnten, da sie zumindest substanziell ein Engagement in der Finanzierung des Bankdarlehens beibehalten wollten und sich ultimativ dazu entschieden, das Projekt zu vollenden, wozu Eichner zuvor unfähig war. Dazu gaben sie Bewertungen für das Cosmopolitan Casino ab, die niemand sonst abzugeben bereit war. Aber ganz werden wir nicht dahinterkommen.